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Antworten auf Ihre Fragen

Die wichtigsten Fragen zu Arthrose und Hyaluron haben wir hier für Sie beantwortet. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Fachseiten zu diesen Themen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Arthrose

Unter Arthrose (Gelenkverschleiß) versteht man eine verschleiss­bedingte Erkrankung oder Abnutzung der Knorpel­schicht, die an den Knochen­enden sowohl als Stoß­dämpfer und zum Schutz von Reibung dienen sollte. Dabei können bereits die kleinsten Verletzungen an den Gelenken, wie z.B. den Knie-, Hüft- und Handgelenken, zu einem veränderten Abrieb führen. Über Jahre hinweg kann sich der Gelenk­knorpel durch Fehl- oder Über­belastungen, wie z.B. infolge Übergewicht, weiter abnutzen. Die Folge sind Gelenk­deforma­tionen, Bewegungs­ein­schränkungen und Ent­zündungen.

Arthrose ist weltweit die häufigste Erkrankung der Gelenke.

Symptome können z.B. der Anlaufschmerz im betroffenen Gelenk sein. Morgens, nach längerem Autofahren oder Sitzen fühlt sich das Gelenk steif an und muss erst einige Minuten durch Gehen, Strecken und Stehen „eingelaufen“ werden.
Schmerzen bei Belastungen, beim Treppensteigen oder längerem Gehen, ein hörbares oder spürbares Knacken der Gelenke, Schmerzen auch bei Ruhe oder bei bestimmten Positionen sowie Gelenkschmerz bei sportlichen Aktivitäten.

Bei der Arthrose unterscheidet man zwischen den 4 Schweregraden bzw. Stadien.  Zur Einteilung und Unterscheidung bedient man sich dem sogenannten Kellgren-Lawrence-Score. Dieser wurde 1957 entwickelt und kann anhand einer konventionellen Röntgenaufnahme erhoben werden. Dieser Score ist einfach anwendbar und schnell reproduzierbar. Häufig wird die Arthrose im fortgeschrittenen Lebensalter festgestellt, wenn die ersten Bewegungseinschränkungen oder sogar Schmerzen auftreten.

In Stadium 1 merken die Betroffenen kaum Beschwerden, dennoch weist der Knorpel bereits Veränderungen auf. Zu diesem Zeitpunkt ist meist kein Handlungsbedarf nötig.

In Stadium 2 treten stärkere Beschwerden im betroffenen Gelenk auf. Das können oftmals die typischen Anlaufschmerzen zu Beginn einer Bewegung sein. Die Oberfläche des Knorpels ist bereits rauer oder uneben und beginnt auszufasern.

In Stadium 3 ist der Gelenkspalt stark verändert und verkleinert. Da nun auch der Druck auf den Knochen zunimmt, bilden sich an den Außenseiten knöcherne Auswüchse. Die Folge kann eine Entzündungen sein, was zur Anschwellung des Gelenks führen kann.

In Stadium 4 ist der Knorpel fast völlig zurückgebildet. Dies führt dazu, dass die Knochenenden aufeinander reiben und es zu Osteophyten-Bildung kommt. Der Patient hat nun selbst im Ruhezustand starke Schmerzen. Gelenke versteifen sich zusehends.Die Bewegung kann sehr stark eingeschränkt sein, so dass oft nur eine Gelenk-Ersatz Operation hilft.

Die Arthrose ist in Deutschland die häufigste Gelenkerkrankung.
Unter anderem sind die Hauptgründe Mangelernährung, Fehlbelastungen und Übergewicht.

Behandlung mit Kortison
Eine Behandlung mit Kortison ist keine Dauertherapie. Möglich ist, dass der behandelnde Arzt eine kurzfristige Behandlung mit Kortison vorschlägt. Zu Beginn einer Arthrosebehandlung kann das nötig sein, um die Schwellung und Entzündung des Gelenkes zu reduzieren. Kortison bekämpft die Entzündung im Gelenk. Es hat aber auch starke Nebenwirkungen. Kortison greift die Knorpelzellen an und kann deshalb zu einem schnelleren Knorpelverlust führen. Eine Behandlung mit Kortison ist also immer als kurzfristige, zeitlich begrenzte Therapie zu sehen.

Medikamente und Schmerzmittel
In der Schmerztherapie bei Arthrose Patienten werden je nach Schweregrad unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Bei leichten bis starken Schmerzen kommen die NSAR zum Einsatz. Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sind eine Gruppe von Medikamenten, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken. Bei einer Langzeiteinnahme dieser Mittel kann es zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt und auch den Nieren kommen.

Behandlung mit Hyaluronsäure-Spritzen
Hyaluronsäure wird schon seit mehreren Jahrzehnten bei der Behandlung von Arthrose eingesetzt. Sie wird per Injektion in die Gelenkkapsel verabreicht (intraartikulär). Ziel ist es das Gleichgewicht in der Gelenkflüssigkeit wieder herzustellen.

Der behandelnde Arzt wird die verschiedenen Möglich­keiten abwägen und ein passendes Behandlungs­schema aufstellen.

Es gibt Standard-Injektionen mit 2.0 – 2.5 ml für eine Therapie von 3 – 7 Injektionen, Forte-Injektionen mit 2.0 ml für eine Therapie von 1 – 5 Injektionen, Mini-Injektionen mit 1.0 ml für eine Therapie von 1 – 3 Injek­tionen und Einmal-Injektionen mit 3.0 – 6.0 ml für eine Einmal-Therapie.

Hyaluron

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Stoff, der vom Körper eigenständig produziert wird. So ist sein Vorkommen in der Haut sehr hoch. Besonders im Knorpel, den Band­scheiben und in der Synovialflüssigkeit (Gelenk­flüssigkeit) ist sie ein wesent­licher Bestand­teil. HA ist chemisch gesehen ein Poly­saccharid (Mehrfach­zucker), welcher bekannter­maßen Wasser speichern kann. Was in der Haut für Elastizität und Straff­heit sorgt, bewirkt in den Gelenken gute Gleit­fähigkeit und Verschleiss­schutz.

Unter Viscosupplementation versteht man das medizinische Verfahren bei dem Hyaluronsäure intraartikulär, also ins Gelenk injiziert wird.

Zur sympto­matischen Behandlung von Arthrose in den ver­schiedensten Gelenken werden Hyaluron­säuren seit mehreren Jahr­zehnten ein­ge­setzt. Die „Deutsche Gesell­schaft für Ortho­pädie und Ortho­pädische Chirurgie“, auch DGOOC genannt, brachte 2018 eine Leit­linie zur Behandlung der Gonarthrose (Arthrose im Knie) heraus. Die Leit­linie betont auch, dass es durch die unter­schiedlichen Präparate dement­sprechend verschiedene Studien­ergebnisse gibt.

Unter anderem heißt es dort: „Die intraartikuläre Hyaluronsäureinjektion kann bei Patienten eingesetzt werden, bei denen der Einsatz von NSAR kontraindiziert ist oder bei denen NSAR nicht ausreichend wirksam sind. NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) sind eine Gruppe von Medikamenten, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken.“2

Der Arzt des Vertrauens ent­scheidet nach Beschwerde­bild und Schwere­grad der Arthrose beim Patienten. Die Therapie kann sich dann auf Standard, Forte/Plus oder Einmal Injektion konzen­trieren.

Bei der Standard Therapie können 3 – 5 Injektionen gegeben werden
Standard Injektionen haben meist eine geringe Hyaluron-Konzentration.
Bei der Forte/Plus Therapie können 1 – 3 Injektionen gegeben werden.
Forte/Plus Injektionen haben eine höhere Hyaluron-Konzentration und können weitere Zusatz­stoffe beinhalten. Bei der Einmal-Therapie wird eine Injektion verabreicht. Einmal-Injektionen haben eine sehr hohe Hyaluron-Konzentration und können weitere Zusatz­stoffe beinhalten.

Ja, Hyaluronsäure (HA) ist ein Medizin­produkt und kein Arzneimittel.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die bestimmungs­mäßige Haupt­wirkung der HA durch die physikalische Vorgänge im Gelenk erzielt wird.
Konkret heißt das, die Synovial­flüssigkeit erfüllt im Gelenk ein reibungs­loses Gleiten der knorpe­ligen Gelenk­flächen gegeneinander. Dabei nutzt sie ihre stoß­dämpfenden Eigen­schaften zum Schutze der Gelenke vor mechanischen Schäden.
Durch die Visco­supplemen­tation wird die natürliche in der Synovial­flüssigkeit vorkommende HA ergänzt oder auch ersetzt.1

Das Molekulargewicht gibt Auskunft über die Ketten­länge der Hyaluron­säure. Es wird unter­schieden in niedriges, mittleres und hohes Molekular­gewicht, gemessen in Millionen Dalton, abgekürzt in Mio. DA.
Beim gesunden Menschen liegt die Gelenk­flüssigkeit bei einem Molekular­gewicht von 6 – 7 Mio. DA. Beim arthro­tischen Patienten liegt die Gelenk­flüssigkeit bei ca. 2 Mio. DA.

Die erstmalig thera­peutisch eingesetzten Hyaluron­säuren wurden anfangs vor allem aus bio­logischem Material (Hühnereiweiss), dem Hahnen­kamp gewonnen. Dabei ist zu beachten, dass es zu allergischen Reaktionen kommen kann, wenn eine Über­empfindlich­keit gegen­über tierischen Produkten besteht. Ende der 90er Jahre erfolgte zusätzlich die bio­fermenta­tive Her­stellung, was den Groß­teil der Produkte am Markt darstellt
Die Hyaluron­säuretherapie sollte grund­sätzlich als IGeL Leistung, also Selbst­zahler­leistung, betrachtet werden. Die Kosten für eine Hyaluron­säure­therapie sind davon abhängig, welches Produkt wie oft einge­setzt wird.

Natürlich spielen auch noch anatomische Besonder­heiten eine Rolle. Eventuell wird zusätzlich eine Ultra­schall­untersuchung benötigt. Pro Sitzung werden die Material­kosten und die ärztliche Leistung berück­sichtigt. Die Leistung wird nach der Gebühren­ordnung der Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Somit hat der Patient eine ein­deutige Grund­lage für die Abrechnung. Bei privaten Kranken­versicherungen ist eine Kosten­übernahme nach vorheriger Absprache möglich aber nicht immer sicher.

Nach der offiziellen Leit­linie zur Be­handlung von Arthrose sind Hyaluron­spritzen Teil einer Arthrose­behandlung. Laut Meta­analysen von Altmann et al., 2015, konnte festgestellt werden, dass eine regelmäßige Behand­lung mit Hyaluron­spritzen einen Knie­ersatz um mehr als 3 Jahre hinauszögern kann. Auch wenn die Unter­suchung und Behand­lung nicht vom Leistungs­katalog der gesetz­lichen Kranken­kassen abgedeckt wird, heißt das nicht, dass der Nutzen der Hyaluron­therapie nicht erwiesen ist. Der Arzt des Vertrauens klärt den Patienten über das für und wider und die zu erwartenden Kosten auf, um ein indivi­duelles Behandlungs­schema zu empfehlen.

1Quelle: Hyaluronsäure-Therapie in der Orthopädie – Prof. Dr. M. Friedrich & Dr. B. Wieser
2Quelle: https://dgooc.de